Kindesunterhalt

Der Unterhaltsanspruch für minderjährige Kinder entsteht, sobald die Eltern getrennt leben. Der Elternteil, in dessen Haushalt die Kinder leben, erbringt Unterhalt durch Betreuung der Kinder. Der andere Elternteil ist verpflichtet, Unterhalt in Geld zu leisten. Die Zahlungen müssen an den Elternteil erbracht werden, in dessen Haushalt die Kinder leben. Die Höhe des zahlbaren Unterhalts richtet sich grundsätzlich nach der Düsseldorfer Tabelle. Je höher das Einkommen ist, desto höher ist der zu zahlende Unterhalt.

Der unterhaltspflichtige Elternteil muss jedoch nicht sein gesamtes Einkommen für die Unterhalts¬zahlungen einsetzen, nach der Düsseldorfer Tabelle steht ihm ein sogenannter „Selbstbehalt“ je nach Einkommen zu. Der „notwendige“ Selbstbehalt gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern beträgt bei nichterwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 800,00 € und bei erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 1.000,00 €.

Sehr häufig stellt sich die Frage, wer nach der Trennung das Kindergeld erhält. Berechtigt zum Bezug des Kindergeldes ist der Elternteil, in dessen Haushalt die minderjährigen Kinder leben. Bei dem anderen Elternteil erfolgt eine Anrechnung der Hälfte des Kindergeldes über den sogenannten zahlbaren Unterhalt — also den Betrag, den der Unterhaltsverpflichtete monatlich an den Unterhaltsberechtigen überweisen muss. Die hälftige Kindergeldanrechnung verringert also den zahlbaren Kindesunterhalt.

Mit Vollendung des 18. Lebensjahres erlischt das elterliche Sorgerecht, d.h. beide Eltern sind ab sofort barunterhaltspflichtig und zwar bis zum Ende eines ersten berufsqualifizierenden Abschlusses. Das volljährige Kind muss jetzt selbst für die Durchsetzung seiner Unterhaltsansprüche sorgen. Mag der betreuende Elternteil das Unterhaltsgeld noch so dringend für den gemeinsamen Haushalt benötigen - das Konto bleibt leer, wenn das Kind und der andere Elternteil eine andere Zahlungsweise vereinbaren, z. B. auf das Konto des Kindes.