B

Betreuungsverfügung

Die Betreuungsverfügung muss von der Vorsorgevollmacht unterschieden werden. Unter einer Betreuungsverfügung versteht man die Kundgabe von Vorschlägen, die eine Person für den Fall der eigenen Betreuungsbedürftigkeit im Hinblick auf die Auswahl der Person des Betreuers und zur Wahrnehmung der Betreuung selbst trifft. Die Betreuungsverfügung greift erst, wenn die Betreuungsbedürftigkeit bereits eingetreten ist.

E

Erwerbsminderungsrente

Eine volle Erwerbsminderung liegt vor, wenn Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes auf nicht absehbare Zeit nur noch weniger als 3 Stunden täglich im Rahmen einer 5-Tage-Woche erwerbstätig sein können.
Eine teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit nur noch 3 bis unter 6 Stunden täglich im Rahmen einer 5-Tage-Woche unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes erwerbstätig sein können. Die Höhe der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung beträgt die Hälfte der Rente wegen voller Erwerbsminderung.
Der Rentenanspruch ist nicht abhängig von Ausbildung oder ausgeübtem Beruf. Maßstab für die Feststellung des Leistungsvermögens ist die Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Wer unabhängig von der Arbeitsmarktlage unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes noch mindestens 6 Stunden täglich tätig sein kann, ist nicht erwerbsgemindert.

Um eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beantragen zu können, müssen Sie der gesetzlichen Rentenversicherung mindestens fünf Jahre lang angehört haben. In den letzten fünf Jahren vor dem Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge vorliegen. Von dieser Regel gibt es aber Ausnahmen, z. B. zu Gunsten von behinderten Menschen und Versicherten, die durch einen Arbeitsunfall erwerbsgemindert wurden.

G

Grad der Behinderung (GdB)

Der Grad der Behinderung ist ein Maß für die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigung aufgrund eines Gesundheitsschadens. Der Grad der Behinderung setzt eine nicht nur vorübergehende und damit eine sich über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten erstreckende Gesundheitsstörung voraus. Liegen mehrere Funktionsbeeinträchtigungen vor, dürfen die einzelnen Werte nicht addiert werden. Auch andere Rechenmethoden sind für die Bildung eines Gesamt – GdB ungeeignet. Maßgebend sind die Auswirkungen der einzelnen Funktionsbeeinträchtigungen in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen zueinander.

K

Krankenversicherung der Rentner (KVdR)

In der Krankenversicherung der Rentner wird pflichtversichert, wer eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung beantragt, einen Rentenanspruch hat und die sogenannte Vorversicherungszeit erfüllt. Diese ist erfüllt, wenn seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Antragstellung (Rahmenfrist) mindestens 9/10 der zweiten Hälfte dieses Zeitraums eine Mitgliedschaft (aufgrund einer Pflichtversicherung oder freiwilligen Versicherung) oder eine Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung bestanden hat. Welcher Beitragssatz für die Berechnung der Beiträge Anwendung findet, richtet sich nach der Art der beitragspflichtigen Einnahmen.

M

Mediation

Die Begrifflichkeit (Mediation = Vermittlung) macht bereits deutlich, dass es bei der Mediation einen neutralen/ unabhängigen Dritten, die Mediatorin oder den Mediator, gibt. Im Gegensatz zu einer Richterin oder einem Richter oder den klassischen Schlichtern haben die Mediatorin und der Mediator nicht die Aufgabe, eine Entscheidung über den Konflikt der Parteien zu treffen. Als neutrale Dritte moderieren und steuern sie stattdessen mithilfe eines sehr strukturierten Verfahrens die vertraulich geführten Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien.

O

Onlinescheidung

Onlinescheidung oder auch Online-Scheidung bedeutet nicht, dass man über das Internet geschieden werden kann.

R

Rechtsschutzversicherung

Die Rechtschutzversicherung übernimmt die Kosten bei einer rechtlichen Auseinandersetzung. Dies können Anwaltskosten, Gerichtskosten usw. sein.

S

Sorgerecht

Die elterliche Sorge beinhaltet die schlicht und das Recht, für ein minderjähriges Kind zu sorgen. Dieses Fürsorge- und Schutzverhältnis lässt sich rechtlich in zwei Bereiche aufteilen: die Personensorge und die Vermögenssorge. Die Personensorge umfasst alle Angelegenheiten, die die Person des Kindes betreffen. Zu den wichtigsten Bereichen zählen Pflege, Erziehung, Beaufsichtigung, Aufenthaltsbestimmung, Bestimmung des Umgangs mit anderen Personen der gesetzlichen Vertretung des Kindes. Die Vermögenssorge umfasst alle tatsächlichen und rechtlichen Handlungen, die der Erhaltung, Vermehrung und Verwertung des Kindesvermögens (Rentenansprüche, Grundbesitz, Wertpapiere, Geschäftsanteile, größere Geldbeträge) dienen.

U

Umgangsrecht

Das Umgangsrecht umfasst sowohl das Recht als auch die Pflicht der Eltern auf Umgang mit dem Kind und es besteht unabhängig davon, ob die Eltern miteinander verheiratet sind oder nicht. Das Umgangsrecht mit beiden Elternteilen ist als eigenes Recht des Kindes ausgestaltet.

V

Versorgungsausgleich

Der Versorgungsausgleich ist eine mit der Scheidung notwendig verbundene Folgesache und bezeichnet den Ausgleich der während der Ehezeit von beiden Ehepartnern erworbenen Rentenanwartschaften. Bei einer Scheidung sollen beide Ehepartner im Hinblick auf die während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften gleichgestellt werden.

Vorsorgevollmacht

Eine Vorsorgevollmacht ist eine Willenserklärung. Durch die Vorsorgevollmacht wird eine Person bevollmächtigt, den Vollmachtgeber rechtsgeschäftlich zu vertreten. Eine wirksame Vorsorgevollmacht geht einer gerichtlichen Betreuerbestellung vor. Die Vorteile einer rechtsgeschäftlichen Vollmachterteilung liegen unter anderem darin, dass im privaten Bereich eine staatliche Einmischung verhindert wird.

Z

Zugewinnausgleich

Der Zugewinnausgleich meint die Aufteilung des Vermögens, welches während der Ehezeit von beiden Ehepartnern erworben wurde: Barvermögen, Sparguthaben, Wertpapiere, Eigentumswohnungen, Familieneigenheime sowie andere Wertgegenstände.