Honorar

Kosten allgemein

Guter Rat muss nicht teuer sein

Der Mandant, der einen Anwalt sucht, hat häufig ein schwerwiegendes Problem. Gespräche und Umfragen im Freundes- und Bekanntenkreis oder am Biertisch waren meist unergiebig und haben keine Klarheit gebracht.

Der Mandant mit seinem Problem sucht eine klare, eindeutige Lösung. Er erwartet eine kompetente Auskunft, eine engagierte Vertretung und einen erfolgreichen Prozess. Derartige Leistungen können nicht zum Nulltarif angeboten werden. Eine gute anwaltliche Beratung und Vertretung hat in der Regel einen hohen Wert für den Mandanten, so dass auch eine angemessene Vergütung zu zahlen ist.

Was kostet eine Beratung?

Im Rahmen einer Erstberatung kann ich Ihnen Auskunft darüber erteilen, ob es zum Beispiel für Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit sinnvoll ist, einen Prozess in einer bestimmten Angelegenheit zu führen oder nicht. Auch andere Auskünfte können in dieser Beratung eingeholt werden, wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich richtig in rechtlichen Angelegenheiten verhalten sollen.

Eine Erstberatungsgebühr kommt in Betracht, wenn

  • meine Mandanten Verbraucher im Sinne des § 13 BGB sind
  • die Beratung ausschließlich mündlich erfolgt
  • es sich um ein erstes Gespräch handelt

Geht die Beratung über das erste Gespräch hinaus und werden weitere Gespräche oder anwaltliche Tätigkeiten erforderlich, liegt keine Erstberatung mehr vor.

Die Gebühr für eine Erstberatung beträgt 190,00 Euro zzgl. MwSt.

Übernimmt meine Rechtsschutzversicherung den Fall?

Das kommt in erster Linie auf Ihren abgeschlossenen Vertrag an. Möglicherweise haben Sie Rechtsschutz nur für bestimmte Rechtsgebiete (z.B. Verkehrsrecht). Hier lohnt der Blick in den Vertrag.

Und auch wenn Sie zwar generell das betroffene Rechtsgebiet abgesichert haben, gibt es zahlreiche Ausnahmen von der Deckungspflicht. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Sie keine Kosten auslösen, die von der Versicherung nicht übernommen werden, dann sollten Sie sich bei Ihrer Versicherung für Ihren konkreten Fall um eine Deckungszusage schon vor der Kontaktaufnahme mit Ihrem Anwalt bemühen.

Ich habe keine Rechtsschutzversicherung und verdiene nicht sehr viel ...

Für das gerichtliche Verfahren besteht die Möglichkeit, Verfahrens- oder Prozesskostenhilfe zu beantragen. Der Verfahrens- oder Prozesskostenhilfeantrag wird zusammen mit dem ersten Schriftsatz an das Gericht geschickt. Wenn Sie VKH oder PKH bewilligt bekommen, kann das aber auch bedeuten, dass Sie nur Zahlungserleichterungen (Ratenzahlung) erhalten. Nicht immer bedeutet die Bewilligung von VKH oder PKH, dass sämtliche Kosten von der Landeskasse übernommen werden. Sollten sich nach dem Ende des Prozesses Ihre Einkommens- bzw. Vermögensverhältnisse ändern, so können die Prozesskosten noch bis zu vier Jahren nach Ende des Verfahrens von Ihnen nachgefordert werden. Umgekehrt kann eine Verschlechterung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse aber auch zur Einstellung der Ratenzahlungen führen.

Gibt es weitere Besonderheiten im Rahmen der Zahlungsabwicklung?

Die Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz sind Mindestgebühren. Honorarvereinbarungen und Vorschusszahlungen sind möglich und üblich.

Kosten im Familienrecht

Wenn keine Pauschal- oder Stundenhonorare vereinbart werden, wird Ihre Anwältin oder Ihr der Anwalt in der Regel nach dem Verfahrenswert (Streitwert, Gegenstandswert) der anwaltlichen Tätigkeit die Gebühren bestimmen. Der Gesetzgeber hat hier für entsprechende Vergütungstabellen vorgegeben.

Verfahrenswerte im Familienrecht können zum Beispiel sein:

  • Für ein Scheidungsverfahren wird das dreifache zusammengerechnete monatliche Nettoeinkommen beider Eheleute zugrunde gelegt.
  • In selbständigen Umgangs- und Sorgerechtsverfahren gilt ein Regelwert in Höhe von 3.000 €.
  • In Unterhaltsverfahren wird der Jahresbetrag des geforderten beziehungsweise zu zahlenden Unterhalts zugrunde gelegt, rückständige Unterhaltsbeträge werden hinzuaddiert.
  • In Zugewinnausgleichsverfahren oder bei sonstigen Vermögensauseinandersetzungen wird der Wert des verlangten Ausgleichsanspruchs oder des geltend gemachten Zahlungsanspruchs zugrunde gelegt.

Die Addition einzelner Verfahrenswerte ist möglich, wenn unterschiedliche Forderungen in einem Verfahren geltend gemacht werden.

Je nach Höhe des ermittelten Verfahrenswertes der anwaltlichen Tätigkeit können die Gebühren anhand der Tabellen des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes ermittelt werden.

Drei vereinfachte Beispiele für die Kosten einer Ehescheidung (ohne Versorgungsausgleich und ohne weitere Anträge):

Wenn Sie und Ihr Ehepartner monatlich zusammen 3.000 € (netto) verdienen, ermittelt sich ein Verfahrenswert in Höhe von 9.000 €. In der ersten Instanz müssen Sie dann für das Scheidungsverfahren mit Anwaltskosten für einen Anwalt in Höhe von insgesamt 1.532,13 € rechnen. Hinzu kommen Gerichtskosten in Höhe von etwa 666 €

Wenn Sie und Ihr Ehepartner monatlich zusammen 5000 € (netto) verdienen, ermittelt sich ein Verfahrenswert in Höhe von 15.000 €. In der ersten Instanz müssen Sie dann für das Scheidungsverfahren mit Anwaltskosten für einen Anwalt in Höhe von insgesamt 1.957,55 € rechnen. Hinzu kommen Gerichtskosten in Höhe von etwa 879 €.

Wenn Sie und Ihr Ehepartner monatlich zusammen 7000 € (netto) verdienen, ermittelt sich ein Verfahrenswert in Höhe von 21.000 €. In der ersten Instanz müssen Sie dann für das Scheidungsverfahren mit Anwaltskosten für einen Anwalt in Höhe von insgesamt 2.231,25 € rechnen. Hinzu kommen Gerichtskosten in Höhe von etwa 1.035 €.

Kosten im Sozialrecht

In sozialrechtlichen Angelegenheiten entstehen in der Regel Betragsrahmengebühren. Bei diesen Gebühren erfolgt die Festsetzung im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände, vor allem des Umfangs und der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, der Bedeutung der Angelegenheit sowie der Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers.

Bei den Kosten des Verfahrens in sozialrechtlichen Angelegenheiten ist auf die verschiedenen Verfahrensabschnitte abzustellen:

  • das Antragsverfahren
  • das Widerspruchsverfahren
  • das Klageverfahren

In sozialrechtlichen Angelegenheiten wird Rechtschutz von den Versicherungsunternehmen überwiegend erst für das gerichtliche Verfahren vor den Sozialgerichten gewährt. Für das Antrags- und Widerspruchsverfahren wird hingegen häufig kein Rechtsschutz gewährt.

Die näheren Einzelheiten erläutere ich Ihnen gern in einem persönlichen Gespräch.