Was bedeutet Mediation?

 

"Ein guter Streit endet mit einer Einigung - nicht mit einem Sieg!"

(Voltaire, 1694-1778)

Wer kennt die Situation nicht: in einem verfahrenen Konflikt steht man vor der Frage, wie es nun weitergehen soll. Häufig scheint dann der Weg zum Gericht die einzige Lösung zu sein.

Zugleich machen immer mehr Betroffene die Erfahrung, dass eine Klage allzu oft nicht den gewünschten Erfolg bringt. Gerichtsverfahren erstrecken sich aufgrund der Justizüberlastung häufig über Jahre und tragen neben dem unsicheren Ausgang auch immer ein hohes Kostenrisiko in sich.

Nachdem in den USA heute bereits rund 80 % der 1.000 größten amerikanischen Unternehmen regelmäßig die Vorteile der Mediation nutzen, gewinnt dieses Verfahren der schnellen, kostengünstigen und effektiven Konfliktlösung nun auch in Deutschland mehr und mehr an Bedeutung.

Was verbirgt sich hinter der Mediation und wo liegen die Vorteile?

Die Begrifflichkeit (Mediation = Vermittlung von mediare = in der Mitte sein, to mediate = verhandeln, aushandeln) macht bereits deutlich, dass es bei der Mediation einen neutralen/unabhängigen Dritten, die Mediatorin oder den Mediator, gibt. Im Gegensatz zu einer Richterin oder einem Richter oder den klassischen Schlichtern haben die Mediatorin und der Mediator nicht die Aufgabe, eine Entscheidung über den Konflikt der Parteien zu treffen. Als neutrale Dritte moderieren und steuern sie stattdessen mit Hilfe eines sehr strukturierten Verfahrens die vertraulich geführten Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Auf diese Weise lösen sich die Konfliktparteien davon, wie beim Gerichts- oder Schiedsverfahren die Entscheidungsgewalt in die Kompetenz und Verantwortung eines Dritten zu delegieren und versuchen stattdessen, eine von beiden Parteien gemeinsam entwickelte und damit dauerhaft akzeptierte Lösung zu finden.